Sperrmüll anmelden 2026: Kosten, Fristen & Abholung
Stand: 26.08.2026.
Wie melden Sie Sperrmüll an – online oder telefonisch?
Zuständig ist immer der kommunale Entsorgungsbetrieb Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, also etwa die BSR in Berlin, die Stadtreinigung in Hamburg, der AWM in München oder die AWB in Köln. In allen vier Städten funktioniert die Anmeldung über ein Online-Formular auf der Website des Entsorgers, alternativ telefonisch – bei der BSR unter 030 7592-4900, bei der Stadtreinigung Hamburg unter 040 2576-2576, bei der AWB Köln unter 0221 9222224. Für die Buchung geben Sie Ihre Adresse, eine Beschreibung der Gegenstände und das geschätzte Volumen an; bei der BSR können Sie Fotos hochladen, aus denen die Sperrmüllliste per Bilderkennung automatisch erstellt wird. Anschließend erhalten Sie einen verbindlichen Abholtermin. In München kündigt der AWM den Termin etwa drei Tage vor der Abholung telefonisch an; die Bestätigung kann auch eine von Ihnen beauftragte Person übernehmen.
Was zählt als Sperrmüll – und was nicht?
Als Sperrmüll gelten ausgediente Haushaltsgegenstände, die auch nach zumutbarem Zerkleinern nicht in die Restmülltonne passen – der AWM München nennt als Maßstab eine 120-Liter-Restmülltonne. Typische Beispiele sind Sofas, Schränke, Matratzen, Bettgestelle, Teppiche und Teppichboden. Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke gelten formal als Elektroaltgeräte; in Köln müssen Sie dafür einen eigenen Abholtermin buchen, der nicht mit dem Sperrmülltermin zusammenfällt. Nicht zum Sperrmüll gehören dagegen Bauschutt, Renovierungsabfälle, asbesthaltige Materialien, Autoteile, Reifen und Rasenmäher – die AWB Köln schließt solche Abfälle ausdrücklich aus, andere Kommunen handhaben es ähnlich. Auch Kartons, kleinteiliger Hausmüll in Säcken und Schadstoffe wie Farben oder Lacke nimmt die Sperrmüllabfuhr nicht mit; dafür sind Restmülltonne, Wertstoffhof oder Schadstoffsammlung zuständig. Im Zweifel prüfen Sie vor der Anmeldung die Positivliste Ihres Entsorgers.
Was kostet die Sperrmüllabholung? Verifizierte Beispiele
Die Gebühren unterscheiden sich stark je nach Kommune. In Köln holt die AWB bis zu 3 Kubikmeter Sperrmüll zum vereinbarten Termin kostenlos ab. Hamburg berechnet je Abholung von bis zu 8 Kubikmetern eine Fallgebühr von 35 Euro bei Bereitstellung außerhalb des Gebäudes und 50 Euro bei Abholung aus dem Gebäude, plus 5 Euro je weiteren angefangenen Kubikmeter; ein Zerlegeservice kostet zusätzlich 7,50 Euro pro Person und angefangene Viertelstunde. Berlin arbeitet mit Pauschalen: Die Spargebühr der BSR beträgt 50 Euro für bis zu 5 Kubikmeter, die Standardgebühr 100 Euro, jeder weitere Kubikmeter kostet 10 beziehungsweise 20 Euro. München berechnet 50 Euro Anfahrtspauschale plus 20 Euro pro angefangenem Kubikmeter – drei Kubikmeter kosten dort also 110 Euro. Als Orientierung gilt: Für eine haushaltsübliche Menge zahlen Sie je nach Stadt zwischen 0 und rund 100 Euro, abhängig von Volumen und gewünschter Geschwindigkeit der Abholung.
Wo ist die Entsorgung kostenlos?
Kostenlos entsorgen Sie Sperrmüll auf zwei Wegen: über gebührenfreie Abholangebote Ihrer Kommune und über die Selbstanlieferung am Wertstoff- oder Recyclinghof. In Köln ist die reguläre Abholung von bis zu 3 Kubikmetern grundsätzlich gebührenfrei – ein bundesweit eher seltenes Angebot. Berlinerinnen und Berliner geben bis zu 3 Kubikmeter Sperrmüll kostenlos auf den BSR-Recyclinghöfen ab. München erlaubt an den städtischen Wertstoffhöfen bis zu 2 Kubikmeter pro Tag gebührenfrei, das entspricht etwa einer Fahrzeugladung; das Angebot gilt für Münchner Bürgerinnen und Bürger. Die Hamburger Recyclinghöfe nehmen kleine Mengen Sperrmüll aus Privathaushalten kostenlos an – als klein gilt, was mit einem Pkw samt Dachgepäckträger oder kleinem Anhänger auf einmal transportiert werden kann; größere Mengen werden nur nach vorheriger Anmeldung auf ausgewählten Höfen gebührenfrei angenommen. Prüfen Sie vor einer kostenpflichtigen Buchung deshalb immer, ob Ihre Kommune ein Freikontingent bietet oder ob sich die Fahrt zum Wertstoffhof lohnt – bei kleineren Mengen sparen Sie so schnell 50 bis 100 Euro.
Wie lange müssen Sie auf den Abholtermin warten?
Planen Sie je nach Stadt und Tarif zwischen wenigen Werktagen und mehreren Wochen ein. In Köln beträgt die Vorlaufzeit für den kostenlosen Termin nach Angaben der AWB etwa drei Wochen. Berlin koppelt die Wartezeit an den Preis: Mit der Spargebühr kommt die BSR ab dem 16. Werktag, mit der Standardgebühr innerhalb von 6 bis 15 Werktagen, mit der Expressgebühr von 96 Euro für bis zu 2 Kubikmeter innerhalb von 5 Werktagen. Hamburg bietet für Eilige den SPRINT-Service an: Gegen eine Zusatzgebühr von 95 Euro wird bis zu 10 Kubikmeter Sperrmüll am nächsten Arbeitstag abgeholt, wenn Sie bis 12 Uhr bestellen. In München meldet sich der AWM etwa drei Tage vor dem Abholtermin telefonisch zwischen 13 und 15 Uhr. Wer es besonders eilig hat, ist mit der Selbstanlieferung am Wertstoffhof meist am schnellsten, denn dort geben Sie haushaltsübliche Mengen noch am selben Tag ab.
Welches Bußgeld droht bei illegaler Ablagerung?
Sperrmüll ohne angemeldeten Termin an die Straße zu stellen, ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Abfallrecht. Die Bußgelder richten sich nach den Bußgeldkatalogen der Bundesländer sowie nach Art und Menge der Ablagerung: Für ein einzelnes Möbelstück werden je nach Bundesland etwa 50 bis 250 Euro fällig, für mehrere Einzelstücke 100 bis 1.000 Euro. Wer bis zu einem Kubikmeter illegal ablagert, riskiert 100 bis 2.000 Euro; bei größeren Mengen sind je nach Bundesland bis zu 2.500 Euro möglich, in Sachsen sogar bis zu 10.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten der Ersatzvornahme, wenn die Stadt den Müll auf Ihre Rechnung entfernen lässt. Stellen Sie Sperrmüll deshalb erst zum angemeldeten Abholtag bereit – deutlich zu früh herausgestellte Möbel können ebenfalls als illegale Ablagerung gewertet werden.
Welche Alternativen gibt es zur Sperrmüllabfuhr?
Nicht alles Sperrige muss entsorgt werden. Gut erhaltene Möbel können Sie verschenken, über Kleinanzeigen verkaufen oder an Sozialkaufhäuser geben. In Hamburg betreibt die Stadtreinigung mit dem Stilbruch-Gebrauchtwarenmarkt eigene Läden für brauchbare Stücke, und die BSR veranstaltet in Berlin Kieztage als Tausch- und Verschenkmärkte im Viertel – dort bekommt Sperrmüll ein zweites Leben. Für kleinere Mengen ist der Wertstoffhof die schnellste Lösung, weil Sie keinen Termin brauchen. Bei Entrümpelungen ganzer Wohnungen stößt die kommunale Sperrmüllabfuhr an ihre Mengengrenzen; hier kommen Containerdienste oder gewerbliche Entrümpler infrage. Vorsicht bei auffällig billigen privaten Anbietern aus Kleinanzeigen: Lädt ein solcher Dienstleister Ihren Müll illegal ab, kann das auf Sie zurückfallen. Beauftragen Sie deshalb nur Firmen, die eine ordnungsgemäße Entsorgung nachweisen können.
Was müssen Sie am Abholtag beachten?
Stellen Sie den Sperrmüll am Abholtag gut sichtbar und für das Ladepersonal frei zugänglich an den vereinbarten Platz, in der Regel an den Gehwegrand vor dem Haus, ohne Gehwege, Einfahrten oder Radwege zu blockieren. Mitgenommen wird nur, was angemeldet wurde; nachträglich dazugestellte Gegenstände bleiben liegen und können als illegale Ablagerung gelten – auch wenn Nachbarn heimlich etwas dazustellen, bleibt der Ärger oft an Ihnen hängen. Halten Sie die Bedingungen Ihres Entsorgers genau ein: Die Stadtreinigung Hamburg etwa erhebt 50 Prozent der Gebühr, wenn die Abholbedingungen am Termin nicht erfüllt sind. Sie müssen bei der Abholung nicht zwingend anwesend sein; in München kann die Terminbestätigung auch eine beauftragte Person übernehmen. Räumen Sie nach der Abfuhr verbliebene Kleinteile zeitnah weg.
Häufige Fragen
Was kostet es, Sperrmüll anzumelden?
Kann ich Sperrmüll online anmelden?
Wie lange dauert es bis zur Abholung?
Welches Bußgeld droht, wenn ich Sperrmüll einfach rausstelle?
Was gehört nicht in den Sperrmüll?
Jonathan B.
Alle Leistungs- und Gebührendaten stammen aus den amtlichen Verwaltungsportalen (PVOG/Landesredaktionen) und werden mit Stand-Datum ausgewiesen. Zuletzt aktualisiert am 26.08.2026.